Nachträge zum

 

„Wörterbuch zur Familien- und Heimatforschung in Bayern und Österreich“ Zusammengestellt und bearbeitet von Heribert Haber und Reinhard Riepl.

 

Stand: 16. Januar 2017

 

Die seit 1. Oktober 2012 (Erscheinungstermin der ergänzten 3. Auflage) neu hinzugekommenen Einträge sind zum schnelleren Auffinden in roter Farbe.

 

Anmerkung: Bei Verweisen in Kursivschrift handelt es sich um Verweise auf bestehende Einträge im Wörterbuch (3. Auflage). Bei Verweisen, die unterstrichen sind, handelt es sich um Verweise auf Einträge in der vorliegenden Liste. „zu: ...“ bedeutet, daß es sich um eine Ergänzung zu einem bestehenden Eintrag im Wörterbuch handelt.

 

Nachträge zu Maßen und Münzen stehen am Schluß der Liste

 

zu: a

- longe von weitem

abacti partus Abtreibung

abbexln wechseln (Geld)

Abdon und Sennen 30. Juli

Aber... früher gelegentl. auch für Ober...

Aberell/Aberoll April

abgefallen 1) vom Glauben abgefallen, aus der Kirche ausgetreten 2) von einem Versprechen (z.B. einer Verlobung, einem Heiratsversprechen) zurückgetreten

abiectarius Schreiner

Abitus ad patrem 4. Sonntag nach Ostern

ablainen/ableinen 1. ablehnen, zurückweisen, widerlegen, verweigern  2. ein Übel, eine Beschwerde beseitigen, abstellen  3. eine Verpflichtung, Schuld abtragen

 Ablobungsschein Genehmigung der Gutsherrschaft an bäuerliche Brauteltern zu dem für die Tochter als Brautschatz und Abfindung Zugedachtem

ablögen ablegen, auch für: vergüten (Öst.)

Abnahmemann/Abschiedsmann Altenteiler, Leibzüchter, siehe auch Ausnahm

Absent, das/Absentgeld/Absenz auf einer Präbende (kirchl. Pfründe) lastende Abgabe, kirchl. Pension

Abspliß Absplitterung, Abspaltung

Absteuer s. Abfahrtsgeld

zu: abthun 2) ablehnen, verwehren 3) entschädigen, Schaden ersetzen

Abundus und Irenäus 26. August

Accensio cerei paschalis Karsamstag

accidere sich zufällig ergeben

Accipite jocunditatem Dienstag nach Pfingsten

Accisverwalter Steuereinnehmer, siehe auch Akzise

Accolent Anwohner, Grenznachbar, siehe auch Accola

Accoucheur siehe Akkuschör

Ache(n) der dritte Teil eines sogenannten Tagbaues, also eine Fläche von ungefähr 18.000 Quadratschuh, eigentlich aber jede der Zeiteinteilungen eines Tagbaues, d. h. eines dem Pflügen gewidmeten Tages, welche durch Innehalten und Ausspannen zum Füttern und Essen und Ausruhen entstehen; also von 5 bis 9 Uhr = 4 Stunden = erste Morgen-Achen; 11 bis 2 Uhr = 3 Stunden = zweite Achen; 3 oder 4 bis 7 Uhr = 4 oder 3 Stunden = dritte Achen;

A. bedeutet das gleiche wie Ausspannen oder im Bergbau Schichten, Poisen, siehe auch Ächen

Achternoen Nachmittag

Achtmann Beisitzer, Schöffe, Wortführer, Wahlmann

Acht St. Martin 18. November

Achtet des hl. Bluts Woche nach Fronleichnam

Achtet unser Frauen Woche nach Mariae Heimsuchung und nach Mariae Himmelfahrt

Achztag 13. Januar

Acker der Morgen oder Acker hält 180 Waldgerten zu 12 Nürnberger Werkschuh

Ackerbeet das, was zwischen zwei Furchen liegt

zu: Afterkind 3) Enkel

ain als anderweegs sowohl als auch

zu: als

- ferr sofern, als

 - - dass insoweit, dass

- oft und als dick so oft als

alsam also auch, gleichwie auch

alsmal manchmal

alterlebt alt, betagt

Ammel Amme

andweeg anderswo, andererseits, weiterhin

zu: Akkuschör siehe auch accouchement, accoucheuse

zu: amovieren ;auch: des Amtes entheben

Anflug 1) Was sich von selbst mittels Samenflug z.B. auf Grundstücken im Wald oder zeitweise brachliegenden Wiesen oder Äckern angesiedelt hat und gewachsen ist 2) beim Hopfen die frisch hervorgetriebenen Blüten

Angarn kleine Stube, die man von der Kammer aus betritt (Öst.)

angeflohen angeflogen, siehe Anflug

angehen nötigen, bedrängen

Anhang auch für: Lebensgefährtin, mit der man zusammenlebt, evtl. auch gemeinsame Kinder hat, ohne aber miteinander verheiratet zu sein

Anrescher Lohnlistenschreiber (Öst.)

anschwärzen verleumden, anzeigen, anklagen

ansi(e)gen besiegen

anstiften ein Kind zur Versorgung und Betreuung zu Pflegeeltern geben (Öst.)

zu: apostata ;aus der Kirche ausgetreten

zu: Atzung

-, geringe Wasser und Brot

archan Auerhahn

Archidiakon Erzpriester, Vorsteher eines Kirchensprengels, siehe auch Archidiakonalkommissar

Archidiakonalkommissar (meist kurz: Kommissar; auch: Erzpriester) unmittelbarer Vorgesetzter aller in einem Kommissariat tätigen Geistlichen. Neben der Leitung der eigenen Pfarrei überwachte und visitierte er auch die übrigen Pfarreien und Vikariate, versammelte den Klerus eines Territoriums zu eigenen Synoden u. installierte neue Amtsträger. Er leitete auch das geistliche Gericht (Land Salzburg)

Arzt auch für: Erz

Auctor Autor

Auctorität  Befugnis, Würde, Macht

Aufkunft Aufkommen, Vorkommen

auriflator Goldscheider

ausgespückt ausgestattet

Aussegnung siehe unter Einsegnung

Ausspannen siehe Ache(n)

austräglich ausreichend (z.B. zum Lebensunterhalt)

Auswart(e) Pflege im allg. Sinn, nicht nur für Personen, sondern auch für Sachen; Wartung, Unterhalt

 

B

 

Bach mueter/Bach Mutter Bach- oder Flußbett

Bacherei Zuckergebäck (Öst.)

Bahnschatz siehe Bannschatz

Ballenfieber Fußentzündung, Podagra

Bancheit, Bandikeit, Bange Angst, Sorge

Bandelmaß entsprach dem doppelten Judenmaß, wobei dieses mit 27 x 21 cm angegeben wurde

Bankkhnecht Gehilfe an einer Verkaufsbank

Bannschatz (Bahnschatz) Bezahlung für einen Bann, d.h. eine Abgabe für ein Privileg. So mußten z.B.Wirte einen Bannschatz bezahlen, wahrscheinlich für das ihnen zugestandene Ausschank-Recht

bärlich offenbar, unumwunden

zu: Beisitzer Obwohl ein Beisitzer bestimmte Bürgerrechte hatte, war er kein Bürger, vgl. auch Mitbürger

bassista  Bassist a) als Sänger b) mit einem Instrument, z.B. einer Baßgeige

Baw/Baw... Bau/Bau...       

Beckhütte siehe Peckhütte

Beinkleider (Beinlinge) zwei Röhren aus Stoff, deren obere Enden an einem Gürtel befestigt waren. Die zwei Teile für die beiden Beine waren nicht miteinander verbunden, im Gegensatz zur Parhosen

Beinlinge  siehe Beinkleider

Beisasse siehe Beisitzer

Beisitzgeld Bezahlung für die Erlaubnis, als Beisitzer an einem Orte zu wohnen

Benehmungswissenschaft, zur zur Kenntnisnahme

Benn/Bennen Korb oder Truhe auf einem Wagen oder Schlitten; auch Rückentragekorb

Bergschmied stellte Geräte für den Bergbau her

berlich offenbar, unumwunden

Berueff Nachrede, Leumund

Beutel-Stecken (Peitl ruetten) Stecken, an welchem der Mühlbeutel (der Sack, in welchem das Mahlgut aufgefangen wird) befestigt wird

Bes der Böse, der Teufel (Öst.)

Beseherin Hebamme, welche die Wöchnerin versorgte (Öst.)

bezöcht/bezöchter weis angetrunken, betrunken

Beylag Beischlaf (Öst.)

bf. Abkürzung für bona fide (auf Treu und Glauben)

Bf. Abkürzung für Brief

- der Abkürzung für Beflissener (z.B. der Jurisprudenz etc.)

BGR Bischöflich Geistlicher Rat

zu: Biber 2) Truthahn

Bibergeil Drüsenabsonderung des Bibers, als Heilmittel verwendet

zu: Billett ;in jüngerer Zeit: Fahr-, Eintrittskarte

Bleiber jemand mit Bleiberecht, siehe Ausnahm, Kommunhausung

Blößling 1) Bloss-Häusler 2) armer Mensch

Bloss-Häusler (Blößling, Gurden-, Gnadenhäusler) (Raum Augsburg) Taglöhner mit einem kleinen Haus ohne Grund (Leerhäusl), Kleinhäusler, Söldner. Das Häuschen konnte selbst gebaut oder von der Herrschaft zur Verfügung gestellt sein

B.M.V. Abkürzung für Beatae Mariae Virginis, (der) Heilige(n) Jungfrau Maria

- assumptio Maria Himmelfahrt, 15. August

-  nativitas Maria Geburt, 8. September (weitere siehe im Wörterbuch unter „Maria  -“)

Bol siehe Bollen

Brautführer (Prauthfierer) Hochzeitslader, siehe Progoder

zu: Brot

-, khlainen (nachgehen) Almosen betteln (gehen müssen)

Breis siehe Preis

Brückengericht in Würzburg für: Zentgericht

zu: Bruch 2) Steinbruch der Wetzsteinmacher (Ammergau), s.a. Steinheil

Bruchhütte Unterkunft in einem Steinbruch (Ammergau)

Buchermann Pochermann

Buffbohnen Puffbohnen, siehe Wicken

Buffner Abdecker (Öst.)

Bumhart siehe Bomhart

bursocopia „Sackgreifen“, d.h. Diebstahl des Geldbeutels, s.a. Beutelschneider

 

 

C

 

Cabraei/Cabräum Güterverzeichnis

caementum Mörtel, Zement

zu caementarius auch: Zement-, Kalkhersteller, Mörtelmischer

Capitulum 1) ein Stift (3) 2) eine Stifts- oder Domherrenversammlung

Cardon siehe Cadis

cartifolium pictor Kartenmaler

Castenschwand siehe unter Schwand

casularius/casulary siehe casellarius

Cavent Bürge, Gewährsmann

zu: cementarius siehe auch caementarius (eingereiht wie „camentarius“)

cf./cfr. Abkürzung für confer

zu: concivis siehe Mitbürger

zu: constitutum

- ad bancum juris das abschließende Verhör in der Gerichtsbank, bei dem die Aussagen bestätigt werden mußten, die unter Folter (in loco torturae) erzwungen worden waren

collator/collatoris 1) Verleiher, Vergeber, Besetzer (eines Pfarr- oder Schulamtes), Pfarr-verleiher 2) Beisteuernder, Spender

Collatur das Besetzungs- oder Verleihrecht für ein Amt

Compelle (Kompelle) Antrieb, Zwangs- oder Nötigungsmittel

compellieren antreiben, nötigen

conciones funebres Leichenpredigten

condicta genannt

confect (Konfekt) 1) Süßigkeit, kandiertes Zuckerbackwerk (nicht wie Konfekt im heutigen Sinne) 2) Arznei, eine Latwerge aus mehreren pflanzlichen und tierischen Drogen und Zucker

confer/confero zusammenstellen, vergleichen

Conkurrenzrolle Verzeichnis mit einer Auflistung der in einer Gemeinde Umlage- bzw. Steuerpflichtigen, als Grundlage für die Erhebung von Geldumlagen, für Einquartierungen, für Armenbeiträge, Hand-, Fron- oder Botendienste etc.

Conto Rechnung

Cordis Jesu, Festum siehe Herz-Jesu-Fest

Cordonhaus siehe Kordonhaus

crabatisch kroatisch

curricularius Wagner, der kleine (Hand-)Wagen, Leiterwagen etc. machte oder reparierte

curriculus kleiner Wagen, Wägelchen

 

D

 

Däporet (richtig: Tabouret) Hocker, Stuhl oder Sessel ohne Lehne

daz siehe Taz

dazer Getränkesteuereinnehmer

Degenheit Tapferkeit

degenlich tapfer

dennert/dennerscht/dennest dennoch

detachieren entsenden (von Truppen)

diemittig demütig

Dimpfl 1) stumpfsinniger Mensch 2) Dümpfel

dimidia (pars)/dimidium die Hälfte

Diplomatorium Kopialbuch

Dirmatei siehe Dirredeier

divinatio Wahrsagerei (früher ein strafbares Vergehen)

Drum... siehe auch unter Trum...

Drumsel Prügel, vgl. aber Trumsel

Duft früher auch für Dampf; Nebel; Rauhreif

Duftbruch großflächige Bruchschäden, v.a. an Nadelbäumen, die durch Rauhreif („Duft“) verursacht wurden

Duftriß vom Rauhreif abgedrückte Baumzweige

Dümpfel 1) Tümpel, Weiher; allg.: Vertiefung 2) Rührstange; vgl. Dimpfl

durchsl(a)eht (slaeht) durchaus, gänzlich, vollkommen

 

 

E

 

echappieren entlaufen, entfliehen, entschlüpfen

ehest frühest

ehestens so früh als möglich

eheunden bevor (Öst.)

Einarbeitszeit Herbst (Öst.)

Einkaufsgeld mußten im Gerichtsbezirk Ammergau Ortsfremde bei der Einheirat an die Gemeinde zahlen  (1726 waren das für Frauen 6, für Männer 8 Gulden)

Einlasser städtischer Angestellter, der die Leute zum Stadttor oder, wenn dieses

geschlossen war, dem Törchen in der Mauer für Fußgänger einzulassen hatte.

(Schwaben). Nicht identisch mit dem Torwart bzw. Torhüter

Einlassgeld Gebühr für die Weineinfuhr (Schwaben)

Einleiberin siehe Einleibschaft

Einleibschaft bestand darin, daß sich jemand auf ein Gut einkaufte, um dann lebenslang „abgenährt“ zu werden (Öst.)

zu: Einsegnung damit kann sowohl eine kirchl. Heirat gemeint sein als auch eine Beerdigung, insbesondere aber die kathol. Firmung; bei Beerdigungen wird der Verstorbene im Trauerhaus ausgesegnet, und auf dem Friedhof eingesegnet

Enthalt 1) Unterhalt 2) Aufenthalt 3) Rettung, Behauptung

entrat(h)en entbehren

zu: entwehren abschlagen, nicht gewähren 2) sich erwehren 3) entwenden

entzwischen dazwischen

erfinden auch: wahrnehmen

Ernpraten Augenentzündungen

Erziehungskind (Ziehkind): Kind, das von einer anderen Familie aufgenommen, versorgt und erzogen wurde. Die Pflegefamilie gehörte früher oft, aber nicht immer zur Verwandtschaft des Kindes

Erzpriester siehe Archidiakon, Archidiakonalkommissar

esse, in bringen (wieder) in guten (Gebrauchs-)Zustand bringen

extractoris Austrägler, siehe unter Ausnahm

extractus Extrakt, Auszug (aus Schriftstücken)

 

F

 

fahr Gefahr

Fälleis/Falleis Türklinke, vgl. aber Felleisen

Faustpüchsen Terzerol, Pistole

federhart biegsam, elastisch, geschmeidig

Federleser Schmeichler

Feinbäcker siehe Weißbäcker

zu: Feldknecht 2) Feldhay, Feldhüter

zu: Feldmeister 2) in Ulm einer der Knechte des Bleichers; er mußte die Leinwand benetzen

zu: Feldmetzger 1) siehe Abdecker 2) Metzger beim Militär

zu: Fertigung 2) Namensunterschrift(en) (Öst.) 3) Bereithaltung; Vollzug; Leistung

zu: figulus

- hydriarium Kannenbäcker 

Firmname siehe unter zu: nominata

zu: Florhaube 2) Trauerhaube

Florschnalle s.u. Flo(h)r

Florsturz Trauerschleier

follen Fohlen, ca. 1 bis 4 Jahre alt, davor oft als füll oder füllel bezeichnet

Forensen Auswärtige, die in einer Gemeinde steuerpflichtigen Besitz hatten, aber nicht ortsansässig waren

forschen früher auch für: fragen

flux flugs, schnell

fr Abk. für felicis recordationis = glückseligen Angedenkens

fractum interdictum unerlaubte Rückkehr nach einem Landesverweis

frimmen siehe friemen

zu: fructurarius Nießbraucher, Inhaber eines Nießbrauch-Rechtes

füll Fohlen, das noch gesäugt wird, bis ca. 1 Jahr alt, danach follen

zu: füllel wie füll, siehe auch follen

Füraus siehe Voraus

 

 

 

G

 

Gassengericht (Gastgericht) v.a. in Schwaben u. in der Schweiz ein Schnell- oder Notgericht, das kurzfristig einberufen u. öffentlich („auf der Gasse“) abgehalten wurde, insbesondere wenn einer der Beteiligten ein Fremder (Gast) war

Gatterstricker fertigte Drahtgitter an (Öst.)

Gäubänke Verkaufstände für Waren von Herstellern, die nicht Mitglieder städtischer Zünfte waren

Gebkäufer Verkäufer

zu: Geding 4) Gericht, Gerichtsversammlung (Öst.)

Gemeidegiebigkeit Gemeindeabgabe

zu: Gemeiner 2) beim Militär: einfacher Soldat, unterster militärischer Rang

Gerechtmachung Rechtfertigung im theologischen Sinn: die Menschen werden durch die Gnade Gottes und Leben und Tod Jesu wieder zu „Gerechten gemacht“ und kommen dadurch in den Himmel – nicht durch eigene gute Werke

Gesindel früher auch für: Gesinde

zu: gewartig/gewärtig sein auch: in Erwartung einer Sache

Giebigkeit Abgabe

Gier im Brauwesen: Hefe (urspr. „Gärung“)

Gieß Khuefen Gießgefäß

Gnadengut (Gnadenlehen) siehe Falllehen

zu: Gnadenhaus ; Bloßhäusl, Leerhäusl; vgl. aber Gnadengut, Gnadenhof

Gnadenhäusler (Raum Augsburg) siehe Blößling

Gnadenhof siehe Falllehen

Gnadgott Dolch, Stilett, mit dreikantiger, konisch zulaufender Klinge

zu: Gottesacker früher verstand man in manchen Gemeinden darunter eine Begräbnisstätte außerhalb der geschlossenen Ortschaft, z.B. für Pesttote, auch für Unehrliche (siehe Unehrlichkeit) im Gegensatz zum Freithof/Friedhof, der direkt im Kirchhof lag

Goldentagamt Messe der Brautleute am Tag nach ihrer Hochzeit

Goldscheider Arbeiter, der das Gold vom Silber scheidet

Gotzhaus Gotteshaus, Kirche

zu: grädisch /gradisch

Gramanzen Weitläufigkeiten

- machen Umstände machen

greiflich handgreiflich, wahrnehmbar

Grief Werkzeug zum Wenden von Baumstämmen, ein etwa 2 m langes Rundholz mit ca. 10 cm Durchmesser und Eisenkrallen an der Spitze (Ammergau)

Grobbäcker siehe Schwarzbäcker

Grundmeister Abortgrubenräumer (Franken), manchmal gleichzeitig Hund(s)schlager

Gurdenhäusler (Raum Augsburg) siehe Blößling

Gutt Schlagfluß, Schlaganfall

Gut(h)tat Wohltat

gwertter handt bewaffnet

H

 

Habermischling Mischgetreide, z.B. Roggen mit Weizen, oder Sommerweizen mit Sommergerste, oder Gerste mit Hafer

Halmfrucht Getreide (im Unterschied zur Hülsen- oder Hackfrucht)

Halmrüben Rüben, die auf einem abgeernteten Getreidefeld angebaut wurden

zu: Hand

-, bey der mit Handschlag

-, gwertter bewaffnet

zu: har

- rauffen nicht „Haare raufen“, sondern: Flachs ernten

haeresia Ketzerei

Harpfenschlager Harfenspieler

zu: Harr 2) im Ammergau Einstandslohn für Dienstboten u. Hirten. Wurde die Harr angenommen, mußte der Dienst auch angetreten werden

zu: Harras 3) Kiste, Obststeige (Vorarlberg)

härtiglich 1. hart 2. streng, unbarmherzig (meist im Zusammenhang mit „bestrafen“) 3. kaum, knapp, gerade noch

Häup(e)l, Häupt(e)l  Blätterkopf einer Gemüsepflanze; Kraut- oder Salatkopf

Häuplsalat Kopfsalat

Hauswurschat siehe Schmeller 2, 1003 und Bursat

Heb/Hebe als Todesursache bei Kleinkindern: Mundschwämmchen, Milchschorf, ist mit Fieber u. starken Schmerzen verbunden u. kann auch durch Herpesviren verursacht sein

Heb/Hebe... s.a. unter Höb/Höbe...

Herdochse (von Herde, nicht von Herd!) Zuchtbulle, Zuchtstier (im Unterschied zum Schiebochsen), der manchmal im Eigentum der ganzen Gemeinde stand; vgl. Ochse   

hertiglich siehe härtiglich

Hinde Hirschkuh

Hirschfänger (Waidmesser) feststehendes Messer, früher zum Töten des angeschossenen Wildes verwendet

Hirtenstab Stab des Hirten. Übertragen: Sinnbild der Gewalt, Aufsicht über Flur und Vieh. Jedem öffentl. Hirten wurde sein Hirtenamt jährlich mittels feierlicher Überreichung des H. verliehen. H. steht also für das Weiderecht, das Recht, e. (Gemeinde-) Hirten einzusetzen. Dieser mußte ja nicht nur das Vieh beaufsichtigen, sondern auch darauf achten, daß keine Unberechtigten ihr Vieh auf der Gemeindeweide grasen ließen etc.

Hittrauch Arsen

Höber siehe Heber

Höbschaffel Holzkübel mit Griffen, um damit etwas zu transportieren

zu: hofi(e)ren 3) Notdurft verrichten

Hofmad Gerichtsbezirk im Gericht Ammergau. In jeder H. gab es einen eigenen Gerichtsdiener

Hofpfalzgraf kaiserliches Amt, mit dem eine Reihe von Rechten verbunden war, z.B. die Verleihung von Adelsbriefen u. akademischen Würden, die Ernennung von Notaren, und, für die Familienforschung bedeutsam: die Legitimation unehelicher Kinder

Hofschranze verächtlich für einen höheren Hofbedienten, der als Kriecher und Schmeichler galt

hydriarium figulus Kannenbäcker 

 

I

 

Imploration Ansuchen; Bittklage

zu: infamia vor „Ehrlosigkeit“ einfügen: völlige; nach „Ehrlosigkeit,“ ergänzen: und Ehrverlust

Inful im alten Rom Kopfschmuck des Priesters, im Mittelalter Mitra des Prälaten

Infulsteuer Abgabe, die ein neu gewählter Prälat (Abt) bei der Amtsübernahme von den zur Klosterherrschaft gehörigen Untertanen erheben konnte

insinui(e)ren (fälschl.: insuniren) 1) jemand etwas auf feine Art beibringen, heimlich zustecken, einflüstern 2) gerichtl. zustellen; (Dokument, Zeugnis etc.) vorlegen 3) unterstellen

zu: inspector

- viarum publicarum Straßenübersteher

insumiren zu etwas nehmen, verwenden, hernehmen

Insumption der Aufwand

insuniren fälschl. für: insinuieren

intrahieren einnehmen, einziehen (von vereinbarten Leistungen, Abgaben)

itzt jetzt

 

 

 

J

 

Jahrhauser Bauer auf Zeit (Öst.); vgl. Freistift

zu: Jurament(um)

- libertatis in der kathol. Kirche der Eid über die Freiheit von Ehehindernissen

zu: Judenmaß s.a. Bandelmaß

 

 

K

 

Kabalen Intrigen

Karriol leichtes, zweirädriges Fuhrwerk; auch Postwagen

K(h)asstecher verkaufte Käser, Eier, Schmalz etc. (Öst.)

Kastenstreicher Beamter, der für das Aus- und Einmessen des Getreides und für

dessen ordnungsgemäße Verwahrung zuständig war, siehe auch. Kasten

Katzbalger Breitschwert mit einer mit Katzenfell bezogenen Scheide

Kastro(n)/Kastrun Kastraun, älterer Widder, Hammel

Kerzenmeister siehe Kastenmeister

Keste(n) Kastanie(n) (sowohl die Frucht als auch der Baum)

Khachlstube Schlafzimmer des bäuerlichen Paares (Öst.)

zu: Kinder -, illegitime Eine Legitimation illegitimer Kinder konnte auch der Hofpfalzgraf aussprechen. Der Erlass über die Eintragung unehelicher Kinder von 1825 beinhaltet u.a. auch, daß über uneheliche Geburten kein eigenes Register mehr geführt werden durfte, sondern daß sie in die allgemeinen  pfarrlichen Geburtsregister eingetragen werden sollen. Ebenso wurde verfügt, daß der Pfarrer zu vermerken hatte, ob sich der angebliche Vater als solcher ausdrücklich bekannt hatte. Zudem musste der Pfarrer uneheliche Geburten der zuständigen Polizeibehörde melden – ein für die Familienforschung bedeutsamer Aspekt! (Diese Bekanntmachung steht mit allerhöchster Weisung im "Regierungs-und Intelligenzblatt für das Königreich Baiern" Nro. 29 vom 30. Juli 1825)

zu: Kindsmensch 2) ledige Mutter (Öst.)

Kirchenschutz (Kürchenschuz) 1) Beschützung der Kirche als Recht u. Pflicht des Kirchherrn 2) Schutz, den die Kirche gewährt

Kirchfahrt Wallfahrt, Bittgang; in Mitteldeutschland auch: Pfarrei, Kirchengemeinde

Kirchhof der ummauerte Raum um eine Kirche, meist zugleich der Friedhof, vgl. auch Gottesacker

Kirchmenig Kirchengemeinde

Kissengfaß Kissen- oder Bettbezug

Klauenmeister Abdecker (Württ.)

Kommissar falls ein Geistlicher: siehe Archidiakonalkommissar

Kompelle siehe Compelle

Konfekt siehe confect

zu: Konsulent 2) In Öst. heute: Berater einer Firma oder der Behörden, z.B. der Landesregierung (Ehrentitel)

Konto Rechnung

Korb/Korbhaus im Altmühltal (Gegend um Eichstätt) kleine Wohnungen für die Beherbergung ihrer Tagwerker, welche die Bauern neben den übrigen Gutsgebäuden unterhielten

Kordonhaus von der Gemeinde zur Verfügung gestelltes Haus für einen Posten (z.B. des Chevauxlegers Regimentes) oder Kordonisten

Kost-/Köstkinder Meist unehelich geb. Kinder, bei denen die Mütter nicht in der Lage waren, sie zu versorgen u. die bei Pflegeeltern untergebracht wurden, s.a. Erziehungskind

Kramatvogel Wacholderdrossel, als Leckerbissen beliebt

zu: Kreuz

-, mit dem: gemeinsame Wallfahrt der Pfarrgemeinde (Ammergau)

Kronwids Äste und Zweige an der Baumkrone, s.a. Wied

Krumphorn Blasinstrument in Form eines gekrümmten Horns

Küchenmeister/Kuchlmeister Küchenchef, Oberkoch

Küchenschreiber/Kuchlschreiber Rechnungsführer in einer größeren Küche, unterstand dem Küchenmeister

Kuchenwagen siehe Kuchelwagen (2)

Küchenwiedhof (Opf.) siehe Kuchelwagen (2)

Kugelplän Kugelbahn = Kegelbahn oder Kegelplatz im Freien

 

 

L

 

Lai(e)nvat(t)er Laienseelsorger ohne Priesterweihe

langsichtig weitsichtig (im Gegensatz zu kurzsichtig)

lanio(nis) frigidi Kaltmetzger, Kaltschlächter = Abdecker

Lebsucht/Lebzucht Lebensunterhalt

zu: Legitimation Eine Legitimation unehelich geborener Kinder konnte auch durch den Hofpfalzgrafen erfolgen

zu: ledig

- zahlen durch Geldzahlung befreien

Lediggelt Zahlung, um sich von einer Verpflichtung (z.B. der Leibeigenschaft) oder einer (regelmäßig) fällig werdenden Abgabe zu befreien oder freizukaufen

zu: Lehen

-, rühren zu Lehen, das von jemandem übertragen wurde

Lehmscheiber (Öst.) Arbeiter in einem Ziegelwerk

Leibknecht persönlicher Diener, Kammerdiener

Lendhüetter Aufseher an einer Anlegestelle (Lände) (Öst.)

Lenge, in der auf Dauer

Leta Männer (Mz. von Loter) (Öst.)

zu: liberi 1) Freisassen; für Nicht-Bauern auch: keiner Herrschaft untertänig (v.a. in Böhmen und Mähren)

Lichtkämmerer war in einem herrschaftl. Haushalt für die Beleuchtung zuständig

lidrin ledrig, aus Leder

zu: loco

-, in

-          - torturae in der Folterkammer

Lohwagen großer, hölzerner Transportwagen mit „Leitern“ an den Seiten

Loos siehe Loas

Losament Logement, Wohnung, Behausung, Quartier; beim Militär: einfache, provisorische Unterkunft aus Holz oder Flechtwerk; unter Studenten: Studentenbude

Loter Mann (Öst.)

lusen horchen, lauschen

 

M

 

zu: magister

- montium Bergmeister

magiae Zauberei, Hexerei

Mahelschatz/Ma(h)lscha(t)z Verlobungsgabe, inbesondere der Verlobungsring, den der Bräutigam der Braut als Pfand der Treue übergibt; allgemein auch: Brautschatz, Mitgift

Mallerl (Öst.) kleine Zwischenmahlzeit, Imbiss

Mannlehen siehe Rittermannslehen

Marcheisen Gerät, mit dem Tieren das Zeichen des Besitzers eingebrannt wird

Margk... auch für: Markt...

mariticidium Gattenmord

zu: „Mark“ auf S. 266. Ergänzung: „Ab 1871 (in Bayern Gesetz vom 4.12.1871) löste die Mark im Deutschen Reich als Währung den Gulden ab, der Gulden blieb in Bayern aber noch bis 31.12.1875 gültiges Zahlungsmittel“.  

Markadant Marketender, Handelsmann

Markhgrueb keine Grube, sondern ein Graben oder eine Furche, zur Grenzziehung angelegt

Markodant Marketender, Handelsmann

Marsche und Remarsche Hin- u. Rückzug (von Truppen)

Mastung 1) Düngung von Feldern (Brpr. Herrschaft Freyberg-Eisenberg 1681-1722 Brpr. Amtmannamt Pfronten 1726-37) 2) Mästung von Tieren, insbes. die Eichelmast, s. Dechel

Maul auch für: Maultier, Maulesel

Maultasche 1) Schlag auf den Mund, Ohrfeige 2) Mehlspeise

Maus auch: 1) Mauer, Federwechsel 2) Muskel

Medaia/Medei(e)/Medej/Medelin Medaille, Medaillon

Medeling (Pfarr-)Vikar

Median Medaille, Medaillon

zu: Meile (unter Längenmaße auf S. 465). Statt „24506 bayerische Fuß“ muß es heißen „25406 bayerische Fuß“.

Meonica vermutlich Majolika

Metzbank/Metzge/Metzgerbank Fleischbank, Verkaufsbank, Verkaufsstand der Metzger

Metzgete/Metzgezeige Teil des Geschlachteten. Wenn geschlachtet wurde, gab man an Verwandte oder Pfarrer u. Lehrer einen Teil davon (vom Schweinefleisch ein Stück Braten u. Würste, beim Rindfleisch ein Stück Fleisch ohne Bein, Teile von Lungen, Nieren, Herz)

Milführer beförderte Mehl und Getreide (Öst.)

Mitbürger (concivis) In einigen Städten und Märkten Zugezogene, die als Bürger aufgenommen wurden, deren Bürgerrechte aber in bestimmten Bereichen im Vergleich zu den einheimischen, dort schon geborenen Bürgern eingeschränkt waren. Vergleiche dazu auch  Beisitzer

Mittelfetzen Arbeitsschürze (Öst.)

Moardirn die erste Magd (Öst.)

Moarknecht der erste Knecht (Öst.)
Moarstube bei großen Bauern der Eßraum der Dienstboten (Öst.)

zu: Mora

-, sine ohne Verzug, unverzüglich

morthat Mord

Mülführer beförderte Mehl und Getreide (Öst.)

zu: Mundhöfe In der Opf. zum Holen des Heus von den landesherrschaftl. Wiesen verpflichtet

zu: murarius siehe auch cementarius

 

N

 

Nachtwasser Urin (im Nachttopf)

Nagelwindling Bohrer, vgl. Nager

zu: Näherrecht ; siehe Einstandsrecht

Namensfertiger/Namensunterschreiber Jemand, der das Handzeichen eines Schreibunfähigen durch Hinzuschreiben von dessen Namen bestätigt

Natterin Näherin

N. C. in Verbindung mit einer Zahl: numerus conscriptus, Konskriptionsnummer. Methode der Numerierung von Häusern, die in der Habsburger Monarchie eingeführt wurde

negst nebst, neben, nächst

neosusceptus ... neu aufgenommener ... (z.B. Bürger), s.a. susceptus

neur nur

New neu

Newerse Näherin

Nichtrechtler s.u. Rechtler

niechter weis nüchtern, nicht betrunken

zu: nominata In Firmeinträgen, z.B. „Confirmati: Elisabetha XY, nominata Magdalena“: Magdalena ist in diesem Beispiel der Name der Firmpatin, den die Gefirmte als „Firmnamen“ annahm. In einigen Gegenden suchte sich der Firmling auch den Namen eines Heiligen als Firmnamen aus

 

O

 

Oblarer Ablader, Heuablader bei Bauern (Öst.)

Ochse früher nicht nur die (schon als Kälber) kastrierten Stiere, sondern auch erwachsene, nicht kastrierte (verschnittene) Stiere, ab ca. 2 – 2 ½ Jahren, s.a. Herdochse, Schiebochse

Öder Etter, aber auch: Tor

oratio 1) Rede 2) Gebet

P

 

Paarhosen (Parhosen) Hose im heutigen Sinn, mit fest verbundenen Beinen, im Gegensatz zu den Beinkleidern

Pachern Schweinehälften

Pachvisch Bachforelle

Paintner siehe Pointner

zu: Panzen (nach Kraut) Obst

Parhosen siehe Paarhosen

zu: partus

- anno partus virginei im Jahre [nach] der jungfräulichen Geburt

- fere partui vicissima ganz kurz vor der Geburt

- praematurus Frühgeburt

Patentalinvalide dienstuntauglicher oder ausgedienter Soldat mit Wohnsitz außerhalb eines Invalidenhauses (Öst., Böhmen)

zu: pater

- familias Hausvater, Familienvorstand; unabhängiger Hausherr, der nach römischem Recht Kinder u. Sklaven in seiner Gewalt hat

- peccavi Vater, ich habe gesündigt

patricidium Vatermord

Pawlatsch über eine Außentreppe erreichbarer, balkonartiger Umgang eines Hauses, Söller

p. d. partus difficilis = schwierige Geburt

Peckhütte (Beckhütte) Hütte, in welcher Wetzsteine grob mit dem Hammer zugehauen werden (Ammergau)

Peitl ruetten siehe Beutel-Stecken

penes bei

Penne siehe Pene

p. f. partus facilis = leichte Geburt

Pfabn aus Pfauenfedern, z.B. als Fliegenwedel

Pföffin Geliebte eines Pfarrers

Phütze (Putz, Putze) Brunnen, Lache, Pfütze, auch kleiner Weiher als Pferdetränke

Piera/Pieren Birnen

Pin... auch für: Bienen...

Pirchen Birken

Pira 1)Birken 2) Birnen

Placker Straßenräuber

pluien bleuen, klopfen, vgl. Pleubel, Ploier

Pluihütte siehe Brechlstube, Flachsverarbeitung

Pluimühle wie in einer Brechlstube wurde dort Flachs gebrechelt (siehe Flachsverarbeitung), vermutlich mittels einer Vorrichtung, deren Mechanismus von einem Wasserrad angetrieben wurde

zu: Pochermänner (Puchtermann, Buchermann)

Podenmaß Bodenmaß, eine Art Grundsteuer

Pöhnl siehe Benn/Bennen

Poisen siehe Ache(n)

Polster auch für: Unterbett, Matratze

Pomasin siehe Bombasin

Positiff kleine Orgel, Zimmerorgel

Pott Bote, auch: Gerichtsdiener (Fronpott), siehe Scherge

Pramb Auerhahn

- henn Auerhenne

Prauth... siehe Braut...

Preis (Breis) früher auch: Einfassung, z.B. der Hemdsärmel, oder Ziegel als Einfassung einer Mauer

Pret Spill Brettspiel

zu: Prior (lat. Oberer), der nächste nach dem Abt, und wo kein Abt ist, der Vorgesetzte des Klosters (in Nonnenklöstern Priorin); deren Amt ist das Priorat

Prodt Brot

promovi(e)ren befördern

providi(e)ren mit den Sterbesakramenten versehen, (s.u. Sakramente)

puer... siehe unter pur...

Puchtermann (öst. Waldviertel) Sehr wahrscheinlich dasselbe wie ein Pochermann (siehe Pochermänner)

zu: Pulsant /Pulsator

Pumhart siehe Bomhart

zu: puncto, in

- venificii wegen Zauberei

Putz/Putze siehe Phütze, vgl. Puz

Puz Schöpf-, Ziehbrunnen, vgl. Phütze

zu: Portung auch: Hoheitsgebiet einer Stadt, innerhalb dessen das Stadtrecht Gültigkeit hatte (aus: Laschinger, Archivische Schätze, Amberg, 2009)

 

 

R

 

Rach 1) Strafe, Rache 2) Zorn

Rachgrimm Rachedurst

Raitdiener Gehilfe des Rechenmeisters; Finanzbeamter

raoe: Abkürzung von ratione

ramen nach etwas zielen, trachten (Öst.)

Ranft 1) Rand, Einfassung 2) Schorf  (der Haut) 3) Rinde, Borke

rebellio Aufruhr (als Vergehen)

zu: Rechtfertigung 3) Prozess, Verurteilung; Hinrichtung

Rechtler Bevorrechtigter, Inhaber der dörflichen Rechte innerhalb u. ausserhalb der Gemeinde, im Gegensatz zum Nichtrechtler

Rechtlergrund Grundstück mit besonderen verbrieften  Nutzungsrechten, wie z. B. Weiderechten

Registrator Kanzleibeamter, der Einträge in Verzeichnisse machte u. für die geordnete Ablage von Schriften u. Urkunden in einer Registratur (Verwahrungsort der Akten) zuständig war

Reiswelle (ein Bündel) Brennholz, Widholz

Reitküsseter Reitgeschirr, Reitausrüstung

Rentbote mußte Schreiben des Rentamtes überbringen u. in dessen Auftrag u. Dienst auch Forderungen bei den Untertanen eintreiben

Rettungsanstalten/Rettungshäuser Anstalten zur Besserung u. Bildung verwahrloster Kinder, in Bayern errichtet ab Mitte des 19. Jhdts., Vorläufer der Fürsorgeheime

Ries/Riese Rutschbahn aus Holz im Gebirge zum Abtransport von geschlagenen Baumstämmen (Ammergau)

Ritterlehen siehe Rittermannslehen

Rittermannslehen (Ritterlehen, Mannlehen) Lehen, das dessen Besitzer zu Kriegsdiensten verpflichtete, die der Lehensherr als Obereigentümer bei Bedarf einfordern konnte

rixa Hader, Zank, Streit

rotgearbeitet rotgegerbt

zu: Rubrik 2) in roter Tinte geschrieben 3) Kurze Zusammenfassung des Inhalts eines Schriftstückes (auf dem Umschlag oder Aktendeckel)

rusticella vermutlich: Bauernmagd (vom Pfarrer im Bayerischen Wald aus rusticus und ancilla zusammengebastelt)

zu: Rute 2) siehe Ruetten

Ruetten Rute, Stock, Stecken

 

 

S

 

Säckelherr städtischer Kassenbeamter, oft Almosenpfleger; s.a. Säckelmeister

zu: salvis

- auribus abmildernder Vorsatz vor „unanständigen“ Wörtern, wie salva venia

Saumbsal Versäumnis

Sausen ein an Stricken aufgehängter Korb als Wiege

Saw Sau, Schwein

Schaiden (Scheiden) Holzscheite, gespaltene Holzstücke zum Beheizen von Öfen oder Kaminen

zu: Schaider (Scheider) 2) Jemand, der örtliche Grenzen festsetzt, v.a. im Bergwerk; Markscheider, Landscheider (s. Feldgeschworene) 3) Metall-Scheider, z.B. Goldscheider 4) Vermittler, Entscheider, Schiedsrichter 5) Scheidmacher, vaginator 6) Trichter, über den Mehl in Säcke abgefüllt wird; evtl. auch Bezeichnung für denjenigen, der das machte (Opf.)

Schallder siehe Scholder

Schärfe, in der (mittels) Folter

Scheiden siehe Schaiden

Scheidfurche Grenzfurche

Scheidstein Grenzstein

Scheimtrog Scheibentrage = Schubkarre

schepsen Entrinden von Baumstämmen mit einem Schepser

zu: Scheure auch als Pokal, Gewinntrophäe

Scheyr/Scheyern siehe Scheure

Schichten siehe Ache(n)

Schiebochse Zug-, Arbeitsochse (Ochse, der „mit der Stirn schiebt“), im Unterschied zum Herdochsen; s.a. auch Ochse

Schied bei Stroh: Garbe; s.a. Schott

Schinden 1) die Tätigkeit des Abdeckers 2) bei Glasarbeitern im Bayerischen Wald auch Bezeichnung für Arbeiten mit Glas aus Restmaterial der Glashütte in Arbeitspausen oder in der Freizeit für den Eigenbedarf

zu: Schirmgeld ; auch jährliche Abgabe an den Schirmherrn, zu entrichten von ganzen Gemeinden, einzelnen Gütern oder Häusern

Schirmherr (Schutzherr) Schutz (z.B. im Verteidigungsfall oder vor Ansprüchen anderer Herrschaftsinhaber) gewährender, schirmender Herr. Das konnte derVogteiherr sein, der Grundherr oder der Gerichtsherr, aber auch die Gemeinde als Ganzes; s.a. Schirmgeld, Schutzgeld 

Schlägelwälz (Schlegelwalz) Bezeichnung für den Grenzverlauf auf einen Grat im Ammergauer Gebirge

Schlagguß Wolkenbruch, Gewitterregen

Schläpl/Schlappen Kappe, Kopfbedeckung, auch Damenhut, ähnlich einem Barett

schlappertinisch lateinisch

Schlegelwalz siehe Schlägelwälz

zu: Schleifmühle ;auch zum Schleifen von Wetzsteinen (Ammergau)

Schmigator/Schmigatus siehe smigator

schmirn bestechen

Schnitartzt Chyrurgus (Öst.)

Schneeballen auch: kugelförmiges Gebäck

Schnitzhandel Handel mit Dörrobst, gedörrten Obstschnitzen

Schnitzler Holzbildhauer (Oberammergau)

Schrank auch: 1) Schranke 2) Bank, Verkaufsbank (vgl. Brotbank); mit Schranken abgeteilter Verkaufsplatz, siehe Schragen, Schranne (5,6)

Schrankbaum Schlagbaum

Schupflehen Lehen, das auf Leibrecht verliehen wurde, und aus dem die Erben nach dem Tod des Lehensnehmer „geschupft“(vertrieben) wurden

Schutzgeld mußten Schutzverwandte an die jeweilige Herrschaft bezahlen als Gegenleistung für die Aufenthaltserlaubnis, s.a. Schirmgeld

Schutzherr siehe Schirmherr

Schwand 1) Schwund, insbes. derjenige Schwund, dem das im Kasten gelagerte Getreide  unterliegt aufgrund von Verdunstung (= Castenschwand) 2) Rodung, Ausrodung, s.a. schwend(t)en

schwind geschwind

zu: Segen 3) Beschwörung, Besprechen, Zauberspruch (vgl. Segenssprecher)

Seichnapf siehe Seichpfanne

Seidennatter Seidensticker (Öst.)

Sendin Sennerin (Salzburg, Lungau)

Silberkammer Kammer zur Aufbewahrung von Silber, Silbergeld, Silbergerät
Silberkämmerer/Silberkämmerling Vorsteher einer Silberkammer, Aufseher über das
Silbergerät eines fürstl. Hofes

silbrin silbern, aus Silber

sindseit; da

zu: sine

- mora ohne Verzug, unverzüglich

Singari/Singarus die/der Zigeuner

sint seit; da

slaeht wie durchslaeht

Spannbaum 1) durch das ganze Haus gehender, die Giebelseiten verbindender Balken, Firstbalken 2) Beim Seidenwirken „Brustbaum“, mit dem die Kette des zu webenden Zeuges gespannt wird 3) (eigentlich: Spanbaum) Holzbalken, aus dem Späne (s. Span), Lichtholz mittels eines Spanziehers auf der Spangeiß oder auf der Hoanzlbank herausgeschnitten wurde

Speik Lavendel

Speißbehalter Vorratsschrank

Spizreuther Spitzreiter; Begleiter u. Helfer des Brautführers, der beim hochzeitl. Kirchgang der Braut und dem Brauführer voranschritt

spengen drücken, zwängen, drängen

Staink(h)napp Steinmetz, -geselle (Öst.)

Steckengeld als jährliches Reichnis der Hirten u. Schäfer

Steinheil (Stoaheigl) Wetzsteinmacher (Unterammergau)

Stessel siehe Stössel

Steyr Steiermark

zu: Stifter 3) Lehensherr

Stoaheigl siehe Steinheil

zu: Stössel 2) Gehilfe des Pflasterers 3) Werkzeug des Pflasterers 4) Werkzeug zum Stoßen, Mörserstampfer 5) Stempel 6) ungeschlachter Bursche, Kerl 7) Pulswärmer

Strabam/Strähbaum Balken, bis zu dem die Sträh (Streu) des Viehstandes reicht

Straß/Strassen auch für: Streifen, Balken, z.B. bei der Beschreibung von Wappen, oder auch Streifen an Kleidern

Straßenübersteher Verwaltungsbeamter, der  für die Überwachung des Zustandes von öffentlichen Straßen im Gemeindebereich u. deren Unterhaltung zuständig war (etwa wie ein heutiges Straßenbauamt)

Streifer 1) in früherer Zeit: Landstreicher, Vagabund, Herumtreiber, Plünderer, räubernder Soldat, Faulenzer 2) in neuerer Zeit: im Forstwesen Gehilfen des Försters, v.a. zum Aufspüren von Wilderern; im Polizeiwesen als Streifengänger

Strohschneider Arbeiter, der das Stroh zu Gsod (Häcksel) schneidet

Stubenhüter Türsteher, Pförtner (Öst.)
zu: Stückl 3) Feldstück, Kanone

Stückgestell Geschützlafette

sua ihr, ihre

-          manu eigenhändig

-          sponte freiwillig

suadere 1) überreden 2) raten, beraten, empfehlen

Succurs Hilfe, Beistand

Süßbäcker siehe Weißbäcker, Semmler

suicidium Selbstmord

susceptio 1) Übernahme 2) Aufnahme  3) Empfang

susceptor 1) Unternehmer 2) Herbergsvater; Beschützer

susceptus Aufgenommener  (z.B. als Gemeindemitglied, Bürger etc.)

 

T

 

Tagner Tagelöhner

Tagwele/Tagwä(h)ler Die „Tagwählerei“ beruht auf dem Glauben an Unglücks- u. Glückstage. Der T. bestimmte „günstige“ Tage für bestimmte Anlässe, z.B. für die Aussaat, den Aderlaß der Pferde etc.

Teichmeister Verwalter herrschaftl. Fischteiche

Teppichdrucker bedruckte Tapeten

thain tun (Öst.)

Tischl Täschl Röden Geschwätz (Öst.)

Töpichdrucker siehe Teppichdrucker

Tragatsch [von tschech. trakač, dieses vom deutschen: Träger] Leiterschubkarre, eher noch: Sackkarre (Böhmen)

Truckhnüß straffen Schandstrafen, Ehrenstrafen

Trum(b) Endstück, Ende, z.B. eines Balkens, Fadens, auch Gesprächs

Trumbe ungebogenes Horn, Posaune

zu: Trumm siehe auch Trum(b)

zu: Trumsel vgl. aber Drumsel

Trunckh, ybriger übermäßiges Trinken, Trunksucht

Tumba ein schwarzer Sarg, der zur Kirche gehört u. bei bestimmten Gelegenheiten im Chorraum aufgestellt wird anstatt dem echten; z.B. bei Seelenmessen für gefallene Soldaten, dann mit Holzkreuz u. Stahlhelm auf dem Sarg

turbiren (jemanden) verwirren

Tschaip Mädchen (Mz.) (Öst.)

 

U

 

Übergeher 1) Übertreter (einer Vorschrift) 2) Aufsichts-, Kontrollbeamter, visitator

überweinter/über weinung betrunken/Betrunkenheit

Überwisner jemand, welcher der Unwahrheit überführt wurde

ultern sich äußern

undichtig siehe untüchtig

undichtige Fische untüchtig, ungeeignet zum Abfischen, weil noch zu klein

zu: Unehrlichkeit Nach „hinweg“ am Ende ergänzen: „eine noch stärkere Form der U. war die Infamie“.

unezt bis

Ungemach 1) Leiden, körperliche Beschwerden 2) Schmach, Gewalt, Unbill, Unheil, Schaden, Übel, Leid

Unterrichter Unter-Richter, vgl. Richter (2)

Unterschäfer untergestellte Schale, z.B. für  Schreibzeug u. Tintenfaß

untüchtig unbrauchbar, nutzlos, noch nicht brauchbar, (noch) wertlos

Urhaus Rathaus (mit Uhr)

Urneffe Ur-Urenkel

 

V

 

venificii, in puncto wegen Zauberei

Verbittung auch: Erbitten, Fürbitten,Vertretung

Verdacht, beser dringender Tatverdacht

(etwas) verhalten etwas verschweigen

Verhältniszahl des steuerbaren Ertrags (Vzh.) siehe unter Bonitierung

Versprohner zukünftiger (versprochener) Bräutigam (Öst.)

Verzicht juristisch: Aufgabe eines Rechtes oder eines rechtlichen Vorteils

zu: Verlag 1) auch für: Aus-, Umlage, Aufwand; Kosten, Gebühren 2) auf eigene Kosten vorproduzierte u. auf Lager gehaltene Verkaufsware

zu: Verleger ; Früher grundsätzlich: jemand, der auf seine Kosten die Herstellung irgendeiner Sache übernahm; heute nur noch in der Herstellung von Büchern gebräuchlich

Verzicht(s)brief Verzichturkunde, ein Schriftstück, das eine förmliche Verzichtleistung enthält

Vicariat/Vikariat Pfarrbezirk

Vogelherd Vogelfangplatz, meist eine Grube mit einem Gestell mit Netzen, die vom versteckten Vogelfänger per Seilzug zugezogen werden konnten

zu: Volljährigkeit a) Korrektur: in Bayern wurde die Volljährigkeit nach dem Bayerischen Landrecht (auch schon vor 1875)  mit dem 21. Geburtstag erreicht, in Österreich mit dem 24. Geburtstag b) Ergänzung: In manchen Gegenden Deutschlands außerhalb Bayerns galten 24 Jahre, die Senkung auf 21 Jahre trat dort erst 1875 in Kraft. Seit dem 1.1.1975 gilt in Deutschland das vollendete 18. Lebensjahr. In Österreich galt das vollendete 24. Lj., ab 1.1.1918 das 21., seit dem 1.7.1973 das 19. und seit dem 1.7.2001 das vollendete 18. Lj.

Voradelberg Vorarlberg

Vorkammet/Vorkummet „Leib“, der  dem Pferd unter dem Kummet angelegt wurde, um dessen Scheuern vorzubeugen

vulneratio Körperverletzung (eines anderen)

 

W

 

zu: Wachs

-          etwas in ein Wächslein drucken: sich etwas merken, um sich bei Gelegenheit zu rächen, etwas heimzuzahlen

waglich gewagt, gefährlich

Waidmesser/Waidpräxl siehe Hirschfänger

Waisenmutter Hausmutter in einem Waisenhaus

Waisenvater Vorsteher, Leiter eines Waisenhauses

walten 1) Gewalt haben, herrschen 2) annehmen, beschützen, sorgen für

Walthey Waldwiese, eine Viehweide, die mitten im Wald auf einem gerodeten Stück liegt

Wasser, ausgebranntes destilliertes Wasser

Wecken in Wappen: Rauten

Weer siehe Wehr

Wehrung siehe Gewähr

wegpaucken wie auspaucken

weinreich betrunken

Weißnäherin  Schneiderin, die v.a allem „weiße Wäsche“ (Bettwäsche, weiße Blusen, Hemden, Schürzen) anfertigte u./oder ausbesserte

Wendelstein steinerne Wendeltreppe

Wertanschlag Einschätzung,Veranschlagung von Wertsachen und Immobilien als Grundlage für die Berechnung u. Festsetzung von Abgaben. Vgl. dazu Schätzleute, Bonitierung

Wicken (Wückhen) Saubohnen, Acker-, Puffbohnen

Wildmeister Beamter, der das Jagdwesen unter sich hatte

wohlfail/wolfeil preiswert

Wückhen siehe Wicken

 

Z

 

Zechtafel Wirts(haus)tisch

Zehner auch für: Zehentner (Öst.)

zu: Zenterling Korrektur: ein Zenterling ist nicht ein Stück Schweinefleisch zum Räuchern, sondern ein (schon) geräuchertes Stück Schweinefleisch

zernicht(ig) nichtsnutzig

zernichtigen vernichten

Ziegenglöcklein Kirchenglocke, die bei Beerdigungen geläutet wird, Sterbeglocke

Ziehkind siehe Erziehungskind

Ziergärtner Blumengärtner (im Unterschied z. Gemüse- oder Obstgärtner)

Zi(n)gani/Zi(n)ganus die/der Zigeuner

Zi(n)gari/Zi(n)garus die/der Zigeuner

Zimmer als Maß für Felle: 40 Felle (Öst.)

Zimmerrecht  beim Z. stellte der Grundherr nur den Grund gegen Zahlung eines jährl. zu entrichtenden Grundzinses zum Zweck der Bebauung (auf Kosten des Pächters) zur Verfügung. Unterkellerte Hausbauten waren ursprünglich nicht gestattet, da sich die Nutzung nur auf die Erdoberfläche beschränkte. Das Z. hat also Ähnlichkeit mit dem  heutigen Erbbaurecht. In Altbayern selten, kam vereinzelt v.a. in Niederbayern vor, s.a. Erbrecht
Zinshaus Mietshaus, Haus, das Miete abwirft

Zuchtkind/-sohn/-tochter Ziehkind/-sohn/-tochter, siehe Erziehungskind

zusammen geben verheiraten (Öst.)

Zu(e)schrot(t)er verarbeitete geschlachtetes Vieh (Öst.)

Zwerchstrasz  1) Querstraße 2) Querstreifen, Querbalken, vgl. Straß/Strassen

 

Ergänzungen und Nachträge zum Anhang „Maße und Münzen“:

 

Acker der Morgen oder Acker hält 180 Waldgerten zu 12 Nürnberger Werkschuh

zu: Eimer 1 Eimer Kraut = 70 Liter = 53 kg

zu: Gulden 1 Gulden rheinisch = 15 bayerische Batzen = 60 Kreuzer; 1877 waren 7.000 Gulden = 12.000 Mark

zu: Gulden (S. 470): Ergänzung: „1871 (in Bayern Gesetz vom 4.12.1871) löste die Mark im Deutschen Reich als Währung den Gulden ab, der Gulden blieb in Bayern aber noch bis 31.12.1875 gültiges Zahlungsmittel“.  

zu: Küfel 1 Küfel Kraut = 2 ½ Eimer = 175 Liter = 133 kg

Mark: siehe im Textteil auf S. 266

zu: Meile 1 Preußische = 1.500 m = 10.000 Schritt

zu: Panzen (unter 1.1) auch als Obstmaß, so z.B. 1815 in Törwang „1 Panzen Birn kostet 9 fl, ein Panzen Äpfel kostet 6 fl, der Panzen zu 6 Metzen"

zu: Vierling siehe auch Schmeller Seite 845

zu: Viertel siehe auch Schmeller Seite 845

Zimmer als Maß für Felle: 40 Felle (Öst.)

 

Danksagung

 

Für Beiträge und Hinweise zu dieser Nachtragsliste danke ich Herrn Hans Dichtl, der das unter „Kinder-, illegitime“ erwähnte „Intelligenzblatt“ recherchiert und mir zur Verfügung gestellt hat, mich auch auf die Gesetzesblätter zur Einführung der Mark und der Ablösung des Guldens in Bayern hingewiesen hat sowie den Herren Helmut Stollreiter, Alexander Peren, Heinz Spieler, Herbert Kuba, Gert Rückel, Hartmut Passauer, Felix Gundacker, Dr. Waldburg Eder, Hermann Silichner, Martin Lang, Dr. Christoph Hechenrieder, Heribert Haber, Herrn Bertold Pölcher für die Übermittlung der Briefprotokolle zur „Mastung“ und Herrn Besonders danken möchte ich Herrn Rudolf Münch aus Haag, der mir sein (unveröffentlichtes) „Historisches Wörterbuch“ zur Verfügung gestellt hat und aus dem ich eine Reihe von Begriffen in diese Liste übernommen habe. Herrn Dr. Richard Lipp danke ich für die Überlassung seines Aufsatzes „Franz Xaver Zobel. Ein bedeutender Zeitzeuge der Jahre 1800 bis 1814“ (In: EXTRA VERREN, Jahrbuch des Museumsvereins des Bezirkes Reutte). Aus dem Glossar dieses Aufsatzes habe ich einige Ausdrücke in diese Nachtragsliste übernommen. Für die Mitteilung einiger lokaler Ausdrücke aus dem Gerichtsbezirk Ammergau danke ich Herrn Martin Heigl aus Ettal.

 

Neu verarbeitete Literatur:

1)      Klammer, Peter, Coitus cum diabolo, daraus: Glossar

2)      ders., In Unehren beschlaffen, daraus: Glossar

3)      Angelika Halbedl-Herrich: Die Trauungs- und Sterbematriken der Evangelischen Stiftskirche Graz im16. Jahrhundert (2015), daraus: Glossar